Seit kurzem wird gegen IBM wegen kartellrechtlich bedenklicher Geschäftsmethoden ermittelt: Die Brüsseler EU-Kommission hat mitgeteilt, dass sie gegen den amerikanischen IT-Konzern zwei Untersuchungsverfahren eingeleitet habe. Es soll überprüft werden, ob IBM im Segment Großrechner möglicherweise seine Marktmacht missbraucht haben könnte.
Bereits vor drei Jahren wurde IBM von der EU-Aufsicht geprüft: Nach einer Beschwerde im Jahr 2007, die ebenfalls den Markt für Großrechner betraf, wurden die Untersuchungen jedoch ohne Ergebnisse eingestellt. Nun liegen zwei neue Beschwerden vor: Die Softwarehersteller Turbo Hercules und T3 Technologies sollen angedeutet haben, IBM hätte durch die Verknüpfung der Hardware für Großrechner mit den hauseigenen Mainframe-Betriebssystemen andere Wettbewerber, das heißt Anbieter ähnlicher Lösungen, benachteiligt.
Zusätzlich geht die EU-Kommission initiativ der Frage nach, ob IBM Wettbewerber, die Mainframe-Wartungsdienste anbieten, diskriminiert, indem zum Beispiel der Zugang zu IBM-Ersatzteilen von IBM beschränkt bzw. hinausgezögert wird.
IBM dementiere die Vorwürfe zwar, so das Wall Street Journal, wolle aber mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.

