Der freie Hypervisor KVM gehört jetzt zu Red Hat

Red Hat übernimmt Qumranet. Das israelische Softwareunternehmen entwickelt vor allem den freien Hypervisor KVM. Dieser ist seit Anfang 2007 Bestandteil des Linux-Kernels und nutzt die Hardware-Virtualisierungstechniken von AMD und Intel. Daher kann die Software auch unmodifizierte Gäste wie Windows ausführen und unterstützt zudem Paravirtualisierung. Auch nach der Übernahme soll das Projekt Open Source bleiben. Bereits vorher hatte es Gerüchte gegeben, dass Red Hat die nächste Version seines Enterprise Linux mit KVM als Hypervisor ausstatten könnte. Im Juni hatte Red Hat seinen Embedded-Hypervisor oVirt vorgestellt, der ebenfalls bereits auf KVM basiert. Dessen Entwicklung soll nun bis 2009 abgeschlossen werden, dann soll oVirt sowohl Windows als auch Linux virtualisieren können. Red Hat wird seine Virtualisierungsstrategie zukünftig auf KVM ausrichten. Für Version 5 von Red Hat Enterprise Linux soll der Hypervisor Xen noch bis 2014 unterstützt werden, ob dieser auch noch in RHEL 6 zum Einsatz kommt ist bislang nicht bekannt. Neben KVM erwirbt Red Hat durch den Kauf auch Solid ICE. Die Virtual-Desktop-Infrastructure-Software lässt Linux- und Windows-Desktops auf einem Linux-Server laufen. Dadurch kann der Linux-Anbieter zukünftig eine komplette Virtualisierungsplattform für Unternehmen anbieten. Der Kaufpreis für Qumranet beträgt 107 Millionen US-Dollar in bar. Für nächstes Jahr rechnet Red Hat mit 20 Millionen US-Dollar zusätzlichen Umsatz durch die Übernahme.

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