Französisches Gericht entscheidet gegen Windows-Bundling

In Frankreich hat ein Käufer vor Gericht erfolgreich die Rücknahme der nicht benötigten Windows-Lizenz und eine damit verbundene Kostenerstattung eingeklagt. Neue PCs werden im Regelfall mit einem Windows-Betriebssystem ausgeliefert. Diese Bundling-Strategie der PC-Hersteller ist ein Hauptgrund für Microsofts Dominanz auf dem Desktop-Markt. Zwar wird bei gebündelten Betriebssystemen die Rücknahme der Lizenz gegen Erstattung der Lizenzkosten in den Lizenzbestimmungen ausdrücklich angeboten. Wollen Kunden allerdings von ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen, sperren sich die PC-Hersteller üblicherweise. In Caen hat nun ein Gericht den Computerhersteller Asus zur Rücknahme der Windows-Lizenz und Auszahlung der Lizenzkosten verurteilt. Ein Kunde hatte im Jahr 2006 ein Asus-Notebook mit Windows-Software erworben und die Lizenz mit Bitte um Rückerstattung zurückgegeben. Hierzu war Asus allerdings nicht bereit, muss dem Kläger nach dem Urteil vom 30. April aber 130 Euro für Windows und andere Software zurückzahlen. Das Gericht hat in seinem Urteil ausdrücklich auf das Wahlrecht der Kunden verwiesen, das durch die Auslieferung von Computern mit vorinstallierter Software (die ca. 15 - 25 Prozent des Laufpreises ausmacht) eingeschränkt werde. In Frankreich verbietet die Verbrauchergesetzgebung das Zwangsbundling ausdrücklich. Microsoft bestreitet die Existenz von Exklusiv-Verträgen mit PC-Herstellern. Laut der Association Francophone des Utilisateurs de Linux et des Logiciels Libres (AFUL) ist dies der vierte Fall, in dem PC-Käufer erfolgreich gegen Software-Bundling geklagt haben. Ein weiterer Fall in Paris steht demnächst zur Verhandlung an. Der Kläger dort wird von der Verbraucherschutzorganisation UFC Que Choisir unterstützt, (via golem.de).

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