FSF: Appell an Amazon.de zur Freigabe von Kindle-Software

Die Free Software Foundation (FSF) hat Amazon aufgefordert, das digitale Rechtemanagement von seinen E-Book-Readern zu entfernt. Nur dadurch könne garantiert werden, dass Onlinehändler keine Inhalte mehr von den Kindles löschen können. Wie die New York Times berichtet, will die FSF eine entsprechende Petition mit einer Unterschriftenliste von Bibliothekaren, Verlagen und Autoren überreichen.

Zum Hintergrund: Erst kürzlich hatte Amazon die digitalen Ausgaben zweier Bücher von Georg Orwell von Kindle-E-Book-Readern entfernt, die von einem Anbieter ohne Rechte an den Titeln eingestellt worden waren. Dafür hagelte es Proteste von Nutzern, so dass Jeff Bezos, der Chef von Amazon, sich für die Löschaktion entschuldigte. Dies war für die Kritiker nicht ausreichend: "So lange Amazon die Kontrolle über das Gerät behält, gibt es die Möglichkeit, Bücher zu entfernen. Das bedeutet, es könnte versucht sein oder auch gezwungen werden, sie zu nutzen", sagte FSF-Kampagnenmanager Holmes Wilson der Zeitung.

Peter Brown, der Chef der FSF, äußerte auf der FSF-Webseite tief greifende Bedenken: "Das eigentliche Problem ist, dass Amazon DRM und proprietäre Software einsetzt. Das gibt dem Unternehmen eine inakzeptable Macht über die Nutzer". Brown fordert Amazon dazu auf, "DRM fallenzulassen und die Kindle-Software als freie Software zu veröffentlichen."

Der die Protestwelle auslösenden Löschaktion folgte ein FSF-Aufruf an die Nutzer, Amazons E-Book-Readern (Kindle 2, Kindle DX) schlechte Bewertungen zu geben.

Einige Stimmen sprachen sich für Amazons Eingriff aus. So weißt Randal Picker, ein Jurist Chicagoer Universität, darauf hin, dass die digitalen Orwell-Bücher unrechtmäßig verkauft worden seien – dementsprechend sei ihr Einzug richtig gewesen. Die Möglichkeit, Inhalte von Geräten aus der Ferne zu löschen, schütze das Urheberrecht.

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