Installation von Beryl auf einem Ubuntu-Feisty-Fawn-Desktop mit einer ATI-Radeon Grafikkarte

Version 1.0
Autor: Falko Timme
Stand: 03.04.2007

Diese Anleitung erklärt, wie man Beryl auf einem Ubuntu 7.04 Desktop (Feisty Fawn) mit einer ATI-Radeon Grafikkarte installiert und konfiguriert. Mit Beryl wird es möglich, auf dem Desktop wunderschöne 3D-Effekte zu erzielen. Dazu werde ich den Open-Source-ATI-Treiber benutzen, der in Ubuntu enthalten ist, und zusätzlich AIGLX nutzen. Eine zweite Möglichkeit wäre die Nutzung eines Closed-Source-ATI-Treibers zusammen mit XGL, den ich persönlich aber zu instabil finde.

Allerdings möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies hier nicht der einzige Weg ist, dieses System zu installieren. Es gibt viele Möglichkeiten - ich selbst habe mich für diese entschieden. Ich kann aber nicht garantieren, dass diese Lösung bei jedem funktioniert bzw. für jeden die richtige ist!

1 Einleitung

Diese Anleitung basiert auf zwei Artikeln, die ich genutzt habe:
Ich habe die Installation auf meinem drei Jahre alten Notebook (HP Pavilion zt3000) durchgeführt und zwar mit einer ATI Mobility Radeon 9200 Grafikkarte - dort hat es wirklich gut funktioniert.

Achtung: Bevor man diese Anleitung weiter liest sollte man sicher sein, dass man alle Updates auf dem Ubuntu-Feisty-Fawn-Desktop installiert hat!

2 Ausfindigmachen der Grafikkarte

Zunächst sollte man wissen, welche Grafikkarte man hat. Hierzu öffnet man das Terminal (Applications > Accessories > Terminal) und gibt ein:

lspci

Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

01:00.0 VGA compatible controller: ATI Technologies Inc Radeon R250 [Mobility FireGL 9000] (rev 01)

(Diese Ausgabe stammt von meinem Notebook, das mit einer ATI-Mobility-Radeon 9200 Grafikkarte läuft.)

Die folgende Liste enthält die ATI-Grafikkarten, mit denen Beryl funktioniert (Wenn man Beryl nutzen möchte, sollte die eigene Grafikkarte unter Full 3D Support aufgelistet sein):

Volle 3D-Unterstützung

  • 7000 / rv100 basierte Karten.
  • 7200 / R100 basierte Karten.
  • 7500 / rv200 basierte Karten.
  • 8X00 / R200 basierte Karten.
  • 9000 / rv250 basierte Karten.
  • 9100 / R200 basierte Karten.
  • 9200 / rv280 basierte Karten.

Experimentelle 3D-Beschleunigung

  • 9500 / R300 basierte Karten.
  • 9600 / rv350 oder rv360 basierte Karten.
  • 9700 / R300 basierte Karten.
  • 9800 / R350 oder R360 basierte Karten.
  • X300 / rv370 basierte Karten.
  • X600 / rv380 basierte Karten.
  • X700 / rv410 basierte Karten.
  • X800 / R420 oder R423 oder R430 oder R480 basierte Karten.
  • X850 / R480 oder R481 basierte Karten.

2D-Beschleunigung (ausschließlich)

  • Xpress 200M Northbridge mit integrierten GPUs

Nichtunterstützung

  • X1300 / R515 basierte Karten.
  • X1600 / R530 basierte Karten.
  • X1800 / R520 basierte Karten.
  • X1900 / R580 basierte Karten.

3 Konfiguration von AIGLX und dem The Open-Source ATI -Treiber

Ich möchte AIGLX mit einem Open-Source-ATI-Treiber nutzen, anstatt XGL mit dem proprietären ATI-Treiber (fglrx). Deshalb muss man fglrx ausschalten. Zuerst schaltet man deshalb das Kernel-Modul aus:

sudo modprobe -r fglrx

Dann diesen Befehl ausführen

glxinfo | grep vendor

Wenn ATI noch in der Ausgabe erwähnt wird, hat man noch nicht den richtigen Treiber. Sieht man stattdessen SGI, ist alles ok. Bei meinem Notebook sah die Ausgabe so aus:

server glx vendor string: SGI
client glx vendor string: SGI
OpenGL vendor string: Tungsten Graphics, Inc.

Erscheint ATI noch in der Ausgabe des vorherigen Befehls,muss man den fglrx-Treiber entfernen (dies kann man auch machen, wenn man SGI in der Ausgabe sieht, man aber sicher gehen möchte!). Dies geht so:

sudo apt-get remove xorg-driver-fglrx; sudo apt-get install libgl1-mesa-glx libgl1-mesa-dri

Nun muss man /etc/X11/xorg.conf modifizieren:

sudo gedit /etc/X11/xorg.conf

Nun ersetzt man
Section "Device"
Identifier "ATI Technologies Inc Radeon R250 [Mobility FireGL 9000]" Driver "ati" BusID "PCI:1:0:0" EndSection
durch
Section "Device"
Identifier "ATI Technologies Inc Radeon R250 [Mobility FireGL 9000]" Driver "radeon" BusID "PCI:1:0:0" Option "XAANoOffscreenPixmaps" Option "AGPMode" "4" Option "AGPFastWrite" "true" Option "DisableGLXRootClipping" "true" Option "AddARGBGLXVisuals" "true" Option "AllowGLXWithComposite" "true" Option "EnablePageFlip" "true" EndSection
(Man sollte die hinzugefügte Option Zeile und die ausgewechselte Driver Zeile beachten. Wenn man eine andere Grafikkarte als ich hat, wird Identifier natürlich anders aussehen als in diesem Beispiel.)

Die Monitor- und Screen-Sektionen in /etc/X11/xorg.conf sollten nun richtig sein.

Nun ersetzt man
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout" Screen "Default Screen" InputDevice "Generic Keyboard" InputDevice "Configured Mouse" InputDevice "stylus" "SendCoreEvents" InputDevice "cursor" "SendCoreEvents" InputDevice "eraser" "SendCoreEvents" InputDevice "Synaptics Touchpad" EndSection
durch
Section "ServerLayout"
Option "AIGLX" "true" Identifier "Default Layout" Screen "Default Screen" InputDevice "Generic Keyboard" InputDevice "Configured Mouse" InputDevice "stylus" "SendCoreEvents" InputDevice "cursor" "SendCoreEvents" InputDevice "eraser" "SendCoreEvents" InputDevice "Synaptics Touchpad" EndSection
(Achtung: Ich habe oben eine AIGLX Option Zeile hinzugefügt.)

Zum Schluss fügt man die folgenden beiden Sektionen an das Ende von /etc/X11/xorg.conf an, wenn sie nirgendwo anders in dieser Datei existieren:
Section "DRI"
Mode 0666 EndSection Section "Extensions" Option "Composite" "Enable" EndSection
Damit die Veränderungen wirksam werden, muss man X zunächst neu starten: Hierfür einfach Ctrl-Alt-Backspace drücken (sollte dies nicht funktionieren, muss man das System rebooten).

Danach den Befehl

glxinfo | grep vendor

erneut ausführen. Nun sollte SGI in der Ausgabe erscheinen:

server glx vendor string: SGI
client glx vendor string: SGI
OpenGL vendor string: Tungsten Graphics, Inc.

Dann das ausführen:

glxinfo | grep "direct rendering"

Jetzt sollte man die folgende Zeile erhalten:

direct rendering: Yes

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