Network Monitoring Appliance auf Basis von Ubuntu Jeos

Autor: gbi
Mein Ziel war es, eine kleine, möglichst schlanke Appliance zu realisieren, die zum Monitoren und Überwachen von Netzwerkresourcen verwendet werden kann, zum Darstellen von Kurz- und Langzeittrends, implementiert unter VMware ESX/Server. Also wurde bei der Auswahl aller Komponenten Wert darauf gelegt, daß sie möglichst leichtgewichtig sind, aus diesem Grund kamen auch keine SQL DBMS in die Auswahl.

Die Appliance wurde auf Basis Ubuntu JeOS LTS (im Moment 8.04.3) realisiert. Nahezu alle Komponenten sind aus dessen Repositories. Dieses Tutorial zeigt wie die Appliance realisiert wurde. Es kann keine Garantie gegeben werden, daß dieser Weg immer zum Erfolg führt!

Verwendete Komponenten:

* Ubuntu 8.04.3 JeOS als Betriebssystem.

* Nagios 2.11 zur Überwachung und Alarmierung.

* Smokeping 2.3 zur Überwachung und Darstellung von Latenzzeiten und Paketverlusten im Netzwerk.

* MRTG 2.14.7 zur Überwachung des Networktraffics und seiner Tendenzen.

* RRDTool 1.2.19 als Round-Robin Database zur Speicherung aller Messdaten.

* Lighttpd 1.4.19 als schnelle, schlanke Webserversoftware.

* weathermap4rrd zur Darstellung des Netzwerkwetters.

* ssmtp als extrem schlanker MTA zum Mailversand.

Einleitung

In diesem Tutorial wird der Hostname jeos.example.com verwendet, die IP Adresse wird per DHCP zugewiesen. Dies muß in Ihrer Umgebung möglicherweise angepasst werden. Da die Installation nicht GUI basiert ist, sollte ein gewisses Verständnis für das Arbeiten auf der Kommandozeile mit Programmen wie bash, vi etc. vorhanden sein. Alle Arbeiten werden mit Superuser Privilegien ausgeführt.

1. Ubuntu Server JeOS 8.04 LTS

Die Idee hinter Ubuntu Server JeOS (just enough operating system) ist, ein schlankes, performantes Betriebsystem zu haben das als Basis für virtuelle Systeme unter VMware ESX/Server oder KVM dienen kann.

Ein ISO Image kann von http://cdimage.ubuntu.com/jeos/releases/8.04.3/release/jeos-8.04.3-jeos-i386.iso downgeloadet werden.

Da die Appliance möglichst schlank sein soll, ordnen wir ihr zunächst 1 CPU, 192MB RAM (beides in VMware nachträglich leicht anpaßbar), und 1GB Plattenplatz zu.

Die Installation ist sehr einfach, nachfolgend sind einige Screenshots zu sehen. Zudem gibt es auf https://help.ubuntu.com/community/JeOS ein Tutorial.


Hostname


Guided disk partitioning


wir verwenden den kompletten Plattenplatz. Swap macht für diese VM zwar keinen richtigen Sinn, wird aber automatisch konfiguriert, das belassen wir so.


Erstellen eines Accounts für spätere Arbeiten.


Nach einiger Zeit ist die Basisinstallation beendet.


Das Basissystem ist jetzt fertig installiert, wir führen sofort ein Update/Upgrade aller installierten Pakete auf die neuesten Versionen durch:

apt-get update && apt-get upgrade


möglicherweise müssen wir einen weiteren Reboot durchführen und uns mit dem Account, der während der Installation erstellt wurde, anmelden:


Da das System bisher nur in der VMware Console erreichbar ist, installieren wir zusätzlich ssh:

apt-get install ssh


Jetzt installieren wir alle Pakete die wir für die Appliance benötigen. Da das System zur Beobachtung und Analyse von Netzwerkproblemen sein soll, bietet es sich an noch weitere, möglicherweise sinnvolle Pakete nach den eigenen Bedürfnissen zu installieren:

apt-get install lighttpd ssmtp mailx anacron build-essential linux-headers-$(uname -r) psmisc nmap rsync snmp openssh-server sshfs ntop smokeping xinetd mrtg mrtg-rrd nagios2 nagios2-doc localepurge lynx dnsutils bzip2 traceroute tcptraceroute iptables wget lsof pv telnet time whois alien


VMware Tools

Die VMware Tools sind auf diesem System (da ohne X11, und mit paravirtualisiertem Kernel) möglicherweise nur von beschränktem Nutzen, aber man kann sie wie folgt in einem von 2 Wegen installieren:

0 Kommentar(e)

Zum Posten von Kommentaren bitte