Server Überwachung mit munin und monit auf Mandriva 2008.0

Version 1.0
Author: Falko Timme


Diese Anleitung veranschaulicht, wie Du Deinen Mandriva 2008.0 Server mit munin und monit überwachen kannst. munin erzeugt hübsche kleine Grafiken über fast jeden Aspekt Deines Servers (durchschnittliche Auslastung, Speicherauslastung, Prozessorauslastung, MySQL Durchsatz, Netzwerkverkehr, etc.) ohne aufwendige Konfiguration. Wohingegen monit die Verfügbarkeit von Diensten wie Apache, MySQL und Postfix überprüft und handelt entsprechend. Wenn es zum Beispiel feststellt, dass ein Dienst nicht wie gewünscht funktioniert, veranlasst monit einen Neustart. Die Kombination der beiden ermöglicht Dir eine optimale Kontrolle: Grafiken, die Dir derzeitige oder aufkommende Probleme anzeigen (wie z.B. “Wir benötigen bald einen größeren Server, unsere durchschnittliche Auslastung erhöht sich rasch.”), und ein Wachhund, der die Verfügbarkeit der zu überwachenden Dienste gewährleistet.

Obwohl Du mit munin mehr als einen Server überwachen kannst, werden wir hier nur die Überwachung des Systems diskutieren, auf dem es installiert ist.

Diese Anleitung ist für Mandriva 2008.0 verfasst worden, die Konfiguration sollte allerdings mit kleinen Änderungen auch auf andere Distributionen passen.

Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies nicht der einzige Weg ist ein solches System einzurichten. Es gibt viele Möglichkeiten das Ziel zu erreichen - dies ist der Weg, den ich gewählt habe. Ich übernehme keine Garantie, dass dies auch bei Dir funktioniert!

1 Vorbemerkung

Der Hostname unseres Systems ist server1.example.com und wir haben eine Webseite www.example.com mit dem Dokumenten-Root /var/www/www.example.com/web.

2 Installation und Konfiguration von munin

Um munin auf Mandriva 2008.0 zu installieren, führen wir Folgendes aus:

urpmi munin munin-node

Als Nächstes müssen wir die munin Konfigurationsdatei /etc/munin/munin.conf bearbeiten. Wir möchten, dass munin seine Ausgabe in dem Verzeichnis /var/www/www.example.com/web/monitoring anzeigt, daher ändern wir den Wert von htmldir. Außerdem möchten wir, dass es die Bezeichnung server1.example.com anstelle von localhost in der HTML Ausgabe verwendet, daher ersetzen wir localhost mit server1.example.com. Ohne Kommentare sieht die geänderte Datei wie folgt aus:

vi /etc/munin/munin.conf


[...]
dbdir /var/lib/munin htmldir /var/www/www.example.com/web/monitoring logdir /var/log/munin rundir /var/run/munin # Where to look for the HTML templates tmpldir /etc/munin/templates [...] # a simple host tree [server1.example.com] address 127.0.0.1 use_node_name yes [...]
Als Nächstes erstellen wir das Verzeichnis /var/www/www.example.com/web/monitoring und ändere die Benutzerrechte auf den Benutzer und die Gruppe munin, sonst kann munin seine Ausgabe nicht in diesem Verzeichnis anzeigen. Dann starten wir munin:

mkdir -p /var/www/www.example.com/web/monitoring
chown munin:munin /var/www/www.example.com/web/monitoring
/etc/init.d/munin-node start

Warte ein paar Minuten, damit munin seine erste Ausgabe erzeugen kann und gehe dann in Deinem Browser zu http://www.example.com/monitoring/ und Du siehst die ersten Statistiken. Nach ein paar Tagen könnte dies wie folgt aussehen:


(Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den vielen Grafiken, die munin erzeugt...)

3 Das munin Ausgabenverzeichnis mit einem Passwort schützen (optional)

Es ist keine schlechte Idee, das Verzeichnis /var/www/www.example.com/web/monitoring mit einem Passwort zu schützen, wenn Du nicht möchtest, dass sich jeder die Statistiken Deines Servers sehen kann.

Dazu erstellen wir eine .htaccess Datei in /var/www/www.example.com/web/monitoring:

vi /var/www/www.example.com/web/monitoring/.htaccess


AuthType Basic
AuthName "Members Only" AuthUserFile /var/www/www.example.com/.htpasswd <limit GET PUT POST> require valid-user </limit>
Dann müssen wir die Passwort-Datei /var/www/www.example.com/.htpasswd erstellen. Wir möchten uns mit dem Benutzernamen admin anmelden, also führen wir Folgendes aus:

htpasswd -c /var/www/www.example.com/.htpasswd admin

Gib ein Passwort für admin ein und Du bist fertig!

4 Installation und Konfigure von monit

monit scheint nur in bestimmten Mandriva contrib_backports Paketdatenbanken vorhanden zu sein; ich habe es in der carroll.cac.psu.edu Paketdatenbank gefunden, also müssen wir diese nun aktivieren:

urpmi.addmedia contrib_backports ftp://carroll.cac.psu.edu/pub/linux/distributions/mandrivalinux/official/2008.0/i586/media/contrib/backports with media_info/hdlist.cz

Du kannst auch andere contrib_backports Paketdatenbanken versuchen, mit der Hilfe von http://easyurpmi.zarb.org, wenn diese allerdings monit nicht enthalten, musst Du die contrib_backports Paketdatenbank, die Du ausgewählt hast wie folgt entfernen...

urpmi.removemedia contrib_backports

... und einen andere contrib_backports Paketdatenbank versuchen.

Danach installieren wir monit:

urpmi monit

monits Standard Konfigurationsdatei ist /etc/monitrc, in der Du einige Konfigurationsbeispiele findest (mehr Konfigurationsbeispiele findest Du auf http://www.tildeslash.com/monit/doc/examples.php), die alle auskommentiert sind. Wir öffnen diese Datei nun und kommentieren die include /etc/monit.d/* Zeile am Ende aus:

vi /etc/monitrc


[...]
include /etc/monit.d/* [...]
Dies teilt monit mit, auch in dem Verzeichnis /etc/monit.d nach Konfigurationsdateien zu suchen, daher erstellen wir, anstatt /etc/monitrc zu modifizieren, eine neue Konfigurationsdatei /etc/monit.d/monitrc. In meinem Fall möchte ich proftpd sshd, mysql, apache und postfix überwachen, das monit Web Interface auf Port 2812 aktivieren, ich möchte ein https Web Interface, mich mit dem Benutzernamen admin und dem Passwort test auf dem Web Interface anmelden und ich möchte, dass monit Alarm-Nachrichten per E-Mail an root@localhost sendet, also sieht meine Datei wie folgt aus:

vi /etc/monit.d/monitrc


set daemon  60
set logfile syslog facility log_daemon set mailserver localhost set mail-format { from: monit@server1.example.com } set alert root@localhost set httpd port 2812 and SSL ENABLE PEMFILE /var/certs/monit.pem allow admin:test check process proftpd with pidfile /var/run/proftpd.pid start program = "/etc/init.d/proftpd start" stop program = "/etc/init.d/proftpd stop" if failed port 21 protocol ftp then restart if 5 restarts within 5 cycles then timeout check process sshd with pidfile /var/run/sshd.pid start program "/etc/init.d/sshd start" stop program "/etc/init.d/sshd stop" if failed port 22 protocol ssh then restart if 5 restarts within 5 cycles then timeout check process mysql with pidfile /var/run/mysqld/mysqld.pid group database start program = "/etc/init.d/mysqld start" stop program = "/etc/init.d/mysqld stop" if failed host 127.0.0.1 port 3306 then restart if 5 restarts within 5 cycles then timeout check process apache with pidfile /var/run/httpd.pid group www start program = "/etc/init.d/httpd start" stop program = "/etc/init.d/httpd stop" if failed host www.example.com port 80 protocol http and request "/monit/token" then restart if cpu is greater than 60% for 2 cycles then alert if cpu > 80% for 5 cycles then restart if totalmem > 500 MB for 5 cycles then restart if children > 250 then restart if loadavg(5min) greater than 10 for 8 cycles then stop if 3 restarts within 5 cycles then timeout check process postfix with pidfile /var/spool/postfix/pid/master.pid group mail start program = "/etc/init.d/postfix start" stop program = "/etc/init.d/postfix stop" if failed port 25 protocol smtp then restart if 5 restarts within 5 cycles then timeout
(Bitte pass auf, dass Du nur die Prozesse überprüfst, die auf Deinem Server tatsächlich existieren - sonst wird monit nicht starten. Das heißt, wenn Du monit anweist, Postfix zu überprüfen, obwohl Postfix auf dem System nicht installiert ist, wird monit nicht starten.)

Die Konfigurationsdatei ist sehr selbsterklärend; wenn Du Dir mit einer Option nicht ganz sicher bist, sieh Dir die monit Dokumentation an: http://www.tildeslash.com/monit/doc/manual.php
Im apache Teil der monit Konfiguration findest Du das:
   if failed host www.example.com port 80 protocol http
and request "/monit/token" then restart
was bedeutet, dass monit versucht, sich mit www.example.com auf Port 80 zu verbinden und auf die Datei /monit/token zuzugreifen, die /var/www/www.example.com/web/monit/token ist, da der Dokumenten-Root unserer Webseite /var/www/www.example.com/web ist. Wenn monit nicht erfolgreich ist, bedeutet das, dass Apache nicht ausgeführt wird und monit es neu starten wird. Nun müssen wir die Datei /var/www/www.example.com/web/monit/token erstellen und schreiben eine zufällige Zeichenfolge hinein:

mkdir /var/www/www.example.com/web/monit
echo "hello" > /var/www/www.example.com/web/monit/token

Als Nächstes erstellen wir das Pem Cert (/var/certs/monit.pem), das wir für das SSL-verschlüsselte monit Web Interface benötigen:

mkdir /var/certs
cd /var/certs

Wir brauchen eine OpenSSL Konfigurationsdatei und erstellen unsere Zertifikate. Es kann wie folgt aussehen:

vi /var/certs/monit.cnf


# create RSA certs - Server
RANDFILE = ./openssl.rnd [ req ] default_bits = 1024 encrypt_key = yes distinguished_name = req_dn x509_extensions = cert_type [ req_dn ] countryName = Country Name (2 letter code) countryName_default = MO stateOrProvinceName = State or Province Name (full name) stateOrProvinceName_default = Monitoria localityName = Locality Name (eg, city) localityName_default = Monittown organizationName = Organization Name (eg, company) organizationName_default = Monit Inc. organizationalUnitName = Organizational Unit Name (eg, section) organizationalUnitName_default = Dept. of Monitoring Technologies commonName = Common Name (FQDN of your server) commonName_default = server.monit.mo emailAddress = Email Address emailAddress_default = root@monit.mo [ cert_type ] nsCertType = server
Nun erstellen wir das Zertifikat wie folgt:

openssl req -new -x509 -days 365 -nodes -config ./monit.cnf -out /var/certs/monit.pem -keyout /var/certs/monit.pem

openssl gendh 512 >> /var/certs/monit.pem

openssl x509 -subject -dates -fingerprint -noout -in /var/certs/monit.pem

chmod 700 /var/certs/monit.pem

Schließlich können wir monit starten:

/etc/init.d/monit start

Richte Deinen Browser nun auf https://www.example.com:2812/ (pass auf, dass Port 2812 nicht von Deiner Firewall geblockt wird), melde Dich mit Deinem Benutzernamen admin und test an und Du siehts das monit Web Interface. Es sollte wie folgt aussehen:


(Haupt-Screen)


(Apache Status Seite)

Je nach Konfiguration in /etc/monit.d/monitrc, wird monit Deine Dienste neu starten, wenn sie ausfallen und Benachrichtigunsmails senden wenn sich Prozess-IDs der Dienste ändern, etc.

Viel Spaß!

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