Ubuntu DVD mit eigener Software- und Datenauswahl erstellen (Relinux)

Version 1.0

Author: Christian Schmalfeld  <c [dot] schmalfeld [at] projektfarm [dot] de>



Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Erstellung einer Installations-DVD, welche dieselbe Software enthält wie Ihr installiertes Ubuntu System. Dies kann mit dem Programm Relinux gemacht werden - Relinux ist eine Abspaltung des aufgegebenen Programmes  Remastersys.

1 Vorbemerkung

Das mit Relinux erstellte Abbild kann unter keinen Umständen größer als 4 GB sein, weshalb Sie den persönlichen Ordner wie auch andere Ordner, die zu groß sein könnten, von der Erstellung ausschließen
müssen. Weiterhin ist Relinux zur Zeit des Verfassens dieses Artikels ausschließlich mit GRUB2 kompatibel, benötigt X11 und instalilert metacity.

Ich habe Relinux auf einem Linux Mint 11 System ohne Probleme getestet.

Für den Inhalt dieses Tutorials gebe ich keinerlei Garantie!

2 Installation von Relinux

Um Relinux herunterzuladen, besuchen Sie seine Launchpad Seite unter https://launchpad.net/relinux und sichern sich die neuste Version.


Das heruntergeladene Archiv enthält zwei Ordner und eine Installationsanleitung; die beiden Ordner müssen mit den Originalverzeichnissen etc und usr verschmolzen werden. Begeben Sie sich dazu in das Verzeichnis, in das Sie die beiden Ordner entpackt haben - in meinem Fall ist dies das /home/ctest/Downloads Verzeichnis:

cd /home/ctest/Downloads

Kopieren Sie diese dann in das Stammverzeichnis der Originale:

sudo cp -R usr /

sudo cp -R etc /

Relinux sollte jetzt ordungsgemäß installiert sein. Weitere Anleitungen finden Sie in der /usr/share/doc/relinux/README Datei.

3 Installation von Software

Um eine benutzerdefinierte Ubuntu DVD zu erstellen, müssen Sie zunächst die Software, die auf Ihr vorhanden sein soll, auf Ihren derzeitigen System installieren. Tun Sie dies mit der Synaptic Paketverwaltung, wo Sie den Suchfilter benutzen, um die Pakete zu finden , die Sie installieren möchten. Klicken Sie dazu auf die Box neben dem Paketnamen und wählen Sie Zum Installieren vormerken.


Die meisten Pakete werden weitere Pakete installieren müssen, von denen Sie abhängig sind. Wählen Sie auch hier Vormerken.


Nachdem Sie alle Pakete ausgewählt haben, die Sie haben möchten, klicken Sie auf Anwenden.


Klicken Sie dann erneut auf Anwenden um Ihre Auswahl zu bestätigen:


Anschließend werden die Pakete heruntergeladen und installiert:


Die Software, die Sie auf Ihrem derzeitigen System installiert haben, wird später automatisch auf das iso-Abbild der DVD transferiert. Stellen Sie jedoch sicher, dass der Inhalt, den Sie auf Ihre DVD brennen wollen, die Kapazitätsgrenze von 4 GB nicht überschreitet - andernfalls wird Relinux kein Abbild des Datensystems erstellen!

4 Benutzung von Relinux

Relinux weist jedem Befehl eine Konfiguration zu, welche Sie sich am besten anschauen und gegebenfalls editieren, bevor Sie das Programm zum ersten Mal verwenden. Erstellen Sie jedoch vorher eine Sicherheitskopie des Originals (ich hinterlasse nachfolgend das Original in dessen Verzeichnis und benutze statt dessen die in den persönlichen Ordner kopierte Kopie):

cd /home/ctest

cp /etc/relinux/relinux.conf ./relinux.conf

Nun muss Relinux auf die Konfigurationsdatei verwiesen werden:

sed -i 's:EXCLUDES="(.*)":EXCLUDES="1 '`readlink
-f ./relinux.conf`'":g' ./relinux.conf

Es wird empfohlen sich die Optionen in der Konfigurationsdatei einmal anzuschauen, bevor Sie das Programm benutzen. Schließen Sie nicht genügend Befehle aus dem zu erstellenden Abbild aus, so wird dieses nicht erstellt (die Maximalobergrenze von 4 GB des komprimierten Datensystems darf nicht überschritten werden). Sie enthält außerdem weitere interessante Optionen wie die Einstellung eines benutzerdefinierten Splashscreens sowie die Namenszuweisung für das Abbild.

Relinux Bedienung verläuft derzeit ausschließlich über die Kommandozeile. Generell hat es noch die selben Funktionen wie Remastersys bis auf das Fehlen einer expliziten Backup Anweisung, welche jedoch durch nicht-Ausschließung des persönlichen Ordners repliziert werden kann:
  • sudo relinux clean [configfile] - Reinigt das Arbeitsverzeichnis von unwichtigen Prozessdateien
  • sudo relinux fullclean [configfile] - Reinigt das Arbeitsverzeichnis von allen Programmbezogenen Dateien, einschließlich des DVD-Abbildes, den Prüfsummen und allem anderen
  • sudo relinux squashfs [configfile] - Erstellt das komprimierte Datensystem, aus dem das Abbild gebaut wird. Dieser Schritt wird benötigt, um nachfolgend das Abbild zu erstellen. Zum komprimierten Datensystem können nachträglich Daten hinzugefügt werden
  • sudo relinux onlyiso [configfile] - Erstellt das eigentliche DVD-Abbild, welches gebrannt oder in einer virtuellen Maschine verwendet werden kann (vor der Auswahl dieses Schrittes muss mit dem squashfs Befehl ein komprimiertes Datensystem geschaffen werden)
  • sudo relinux iso [configfile] - kombiniert die beiden vorangehenden Befehle und erstellt sowohl das komprimierte Datensystem als auch das DVD-Abbild n einem Schritt
Da Sie das Abbild wahrscheinlich auf DVD brennen möchten, sollten Sie darauf achten, dass die Summe der enthaltenen Programme und Daten im komprimierten Zustand 4 GB nicht überschreitet.

Jede mit Relinux erstellte Datei wird in seinem temporären Verzeichnis gespeichert, welches standardmäßig /home/relinux ist. Dies gilt sowohl für Datensysteme als auch für Abbilder (z.B. custom.iso). Stellen Sie sicher, dass Sie das erstellte Abbild an einen anderen Ort verschieben, da der Inhalt des Ordners mit der Benutzung von fullclean gelöscht wird.

5 Hinzufügen von Daten zum komprimierten Datensystem unter Ausschluss des persönlichen Ordners

Es gibt auch andere Möglichkeiten, Dateien zu Ihrem Abbild hinzuzufügen, als über das Hinzufügen des persönlichen Ordners und/oder dem Ausschließen von Dateien. Eine davon muss vor dem Erstellen eines Datensystems getätigt werden, die andere kann auch ein schon bestehendes Datensystem verändern.

5.1 /etc/Skel Ordner

Um Daten zu Ihrem Datensystem hinzuzufügen bevor Sie dies erstellen, verschieben Sie die gewünschten Daten in den /etc/Skel Ordner. Dieser ist dafür zuständig, den persönlichen Ordner eines Benutzers mit Inhalt zu füllen - alles was sich in diesem Ordner befindet wird also im persönlichen Ordner eines jeden neu angelegten Benutzers erscheinen.

5.2 Squashfs-tools

Squashfs-tools ist ein Paket, welches es ermöglicht, Squash Datensysteme zu erstellen und zu komprimieren, aber auch Daten zu einem bereits bestehenden hinzuzufügen. Installieren Sie es folgendermaßen mit einem Terminal:

sudo apt-get install squashfs-tools

Das squashfs-tools Paket bietet zwei benutzbare Befehle, einen um neue Datensysteme zu erstellen und Dateien zu einem bereits vorhandenen hinzuzufügen und einen anderen um jene zu dekomprimieren. Ersterer lautet

mksquashfs

und seine grundlegende Struktur besteht aus dem Befehl gefolgt von einer oder mehreren Quelldateien und dem Pfad an dem das Datensystem angelegt werden soll (z.B. mksquashfs/home/ctest/Desktop/bla /home/ctest/Desktop/ultimate.squashfs).
Der letzte Ordner im Quellpfad wird zum root-Verzeichnis des Datensystems werden und deshalb selbst nicht mehr als Ordner vorhanden sein (wenn Sie dies nicht mit einem Schalter umstellen).

Der selbe Befehl kann dazu benutzt werden, um Dateien zu bereits bestehenden Datensystemen hinzuzufügen. Benutzen Sie dazu einfach die hinzuzufügenden Daten als Quelldatei und das bereits vorhandene Datensystem als Ziel. Leider ist es nicht möglich, die beiden Datensysteme zu verschmelzen, doppelte Ordner werden deshalb umbenannt. Um dieses Problem zu umgehen, erstellen Sie einen Ordner namens extrafiles (oder eines beliebig anderen Namens), in den Sie die zu brennenden Dateien tun, in irgendeinem anderen Ordner. Diesen irgendeinen anderen Ordner wählen Sie dann als Quelldatei aus, sodass es später als root-Verzeichnis behandelt wird und den beinhaltenden extrafiles-Ordner neben den Ordnern im root-Verzeichnis des zusammengefügten Datensystems anzeigen wird. Folgendes wäre ein möglicher Weg, Daten zu einem bestehenden Datensystem hinzuzufügen:

mksquashfs /home/ctest/Desktop/bla /home/remastersys/remastersys/ISOTMP/casper/filesystem.squashfs

In diesem Beispiel beinhaltet der Ordner bla den extrafiles Ordner. Schauen Sie sich die man Seite für mehr Informationen und Schalter an.

Um ein Squash Datensystem zu dekomprimieren, benutzen Sie folgenden Befehl:

unsquashfs

Der gebräuchliste Weg, diesen Befehl zu benutzen, ist mit einem destination (Ziel) Schalter. Wählen Sie ein nicht existentes Verzeichnis als Ziel aus, da Sie sonst eine Fehlermeldung angezeigt bekommen:

unsquashfs -d /home/ctest/Desktop/unexistingdirectory /home/remastersys/remastersys/ISOTMP/casper/filesystem.squashfs

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