Unbeaufsichtigte Fedora 8 Installation mit NFS und Kickstart

Version 1.0
Author: Oliver Meyer <o [dot] meyer [at] projektfarm [dot] de>


Diese Anleitung veranschaulicht, wie man eine Installationsumgebung mit Kickstart und NFS einrichtet. Mit dem daraus resultierendem System kannst Du unbeaufsichtigte Fedora 8 Installationen auf den Client Systemen in Deinem LAN ausführen - außerdem wird der Internet Traffic auf ein Minimum reduziert. Die gesamte Client Konfiguration kann in die Kichstart Datei eingefügt werden (vor allem das Post-Installationsskript) also wirst Du, der Administrator, auch unglaublich viel Zeit sparen.

Diese Anleitung ist ein praktischer Leitfaden ohne jegliche Garantie - theoretisches Hintergrundwissen wird nicht abgedeckt. Es gibt viele Möglichkeiten ein solches System einzurichten - dies ist der Weg, den ich gewählt habe.

1 Vorbemerkung

Du benötigst ein funktionstüchtiges Fedora 8 System (Desktop) um eine Kickstart Datei erstellen zu können. Weiterhin habe ich eine NFS Freigabe verwendet um die Kickstart Datei und die Installationsdateien für die Kickstart Installationen bereitzustellen.

2 Benötigte Pakete

Lass uns das Kickstart Konfigurationstool und das nfs Server Konfigurationstool installieren. Installiere folgende Pakete mit yum oder einem yum Frontend Deiner Wahl.
  • system-config-kickstart
  • system-config-nfs

3 NFS

3.1 NFS Server

Nun müssen wir den NFS Server starten - Du kannst ihn außerdem für ein automatisches Startup konfigurieren, wenn Du ihn regelmäßig benötigst. Öffne die Diensteinstellungen - Du findest sie im Gnome Systemmenü.


Gib das Root-Passwort ein.


Aktiviere NFS in allen Runlevels, starte es und speichere die Einstellungen.

3.2 NFS Freigabe

In diesem Schritt erstellen wir ein Verzeichnis (als Root) für die Installationsdateien. Bitte beachte, dass dieses Verzeichnis überall auf Deinem System sein kann.

su -
%root_password%
mkdir -p /nfs_share/f8/

Kopiere den Installationsbaum in dieses Verzeichnis - ich habe ihn aus einem Fedora 8 ISO Image (DVD) extrahiert:

mkdir /mnt/iso/
mount -t iso9660 /home/daten/linux_/images/Fedora-8-i386-DVD.iso /mnt/iso/ -o loop
cp -Rp /mnt/iso/* /nfs_share/f8/

Als Nächstes verwenden wir das NFS Server Konfigurationstool, das im Gnome Systemmenü verfügbar ist, um dieses Verzeichnis als NFS Freigabe verfügbar zu machen.


Gib das Root Passwort ein.


Klicke im Menü auf "Add". Wähle danach das Verzeichnis aus, das Du soeben angelegt hast und füge die Hosts ein, die in der Lage sein sollen, auf die Freigabe zuzugreifen - Dein LAN. Du solltest die Basis-Berechtigungen auf "Read-only" setzen.


Zusätzlich müssen wir den NFS Daemon Prozessen statische Ports zuweisen, wie auf folgendem Screen zu sehen ist.

3.3 Firewall Einstellungen

Damit sich andere Systeme mit dem NFS Server in Verbindung setzen können, müssen wir die Firewall Einstellungen anpassen - sie sind im Gnome Systemmenü verfügbar.


Gib das Root Passwort ein.


Setze NFS4 als vertrauenswürdigen Dienst (markiere das Ankreuzfeld).


Klicke danach auf "Other Ports" auf der linken Seite und öffne folgende Ports:
  • 111 (tcp + udp)
  • 4000 (tcp + udp)
  • 4001 (tcp + udp)
  • 4002 (tcp)

Klicke danach auf "Apply" um die Einstellungen zu speichern.

4 Kickstart

4.1 NFS Freigabe

Zunächst erstellen wir ein Verzeichnis innerhalb der NFS Freigabe, in dem wir später die Kickstart Datei speichern werden.

mkdir /nfs_share/ks/
chown %your_username%:%your_username% /nfs_share/ks/

4.2 Kickstart Datei

Jetzt wird es Zeit die Kickstart Datei anzulegen - der Kickstart Konfigurator ist im Gnome Applications Menu verfügbar.


Zuerst werden die Paketinformationen abgerufen.


Wähle Deine Sprache, das Tastaturlayout und die Zeitzone aus. Wähle ein Root Passwort und markiere das Ankreuzfeld darunter um das Root Passwort zu verschlüsseln. Wähle die Target Architecture und markiere das Ankreuzfeld darunter, damit das System nach der Installation neu gestartet wird.


Wähle "NFS" als installationsmethode und gib Deine NFS Server IP und den Pfad zu den Installationsdateien in de nentsprechenden Felder ein.


Gib ein Passwort für den GRUB Bootloader ein und markiere das Ankreuzfeld darunter um es zu verschlüsseln.


Du brauchst mindestens zwei Partitionen (swap & /). Wähle zuerst "swap" als Dateisystem-Typ und wähle "Use recommended swap size" um sicher zu gehen, dass die swap Partition eine optimale Größe hat, auch wenn Du Client Systeme mit unterschiedlichem RAM hast.


Wähle "/" als Mount Point, "ext3" als Dateisystem-Typ und wähle "Fill all unused space on disk" um sicher zu gehen, dass kein Platz verschwendet wird, auch wenn Du Client Systeme mit unterschiedlichen Festplatten hast.


Klicke auf "Add Network Device" und wähle die Standardeinstellungen aus.


Hier kannst Du die Authentifzierungseinstellungen anpassen - z.B. wenn sich die Benutzer gegenüber LDAP authentifizieren sollen.



Aktiviere die Firewall und deaktiviere SELinux. Zusätzlich kannst Du die Einstellungen der Firewall nach Deinen Vorstellungen anpassen.


Wähle auf der "General"- Registerkarte 32bit als Color Depth, eine Bildschirmauflösung, die auf die Bildschirme passt, die Deinen Client Systemen beigefügt sind und markiere das Ankreuzfeld darunter um das "X Window system on boot" zu starten.


Auf der "Video Card"-Registerkarte solltest Du die Einstellungen nicht verändern, um Problemen mit anderen Grafikkarten in Deinen Client Systemen vorzubeugen.


Auf der "Monitor"-Registerkarte solltest Du die Einstellungen beibehalten, wenn andere Bildschirme Deinen Client Systemen beigefügt sind.


Nun kommen wir zum interessanten Teil - die Auswahl der Pakete. Wähle die Pakete aus, die auf Deinen Client Systemen installiert werden sollen - denke daran, dass wir die Pakete einer Fedora 8 Standard-DVD verwenden werden, es werden also nicht alle Pakete, die hier aufgelistet sind, während der Installation verfügbar sein.


Hier kannst Du Befehle eingeben, die ausgeführt werden sollen, bevor die Installation beginnt.


Das Post-Installationsskript ist der interessanteste Teil von Kickstart - es ist sehr leistungsstark. Wenn Du magst, kannst Du auf Deinen Clients alles mögliche konfigurieren.


Das Post-Installationsskript könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:
# default user
echo "Adding default user Olli ..." /usr/sbin/useradd olli /usr/bin/chfn -f "Oliver Meyer" olli echo howtoforge | /usr/bin/passwd olli --stdin
# services
echo "Disabling useless services ..." /sbin/chkconfig bluetooth off /sbin/chkconfig firstboot off /sbin/chkconfig restorecond off /sbin/chkconfig setroubleshoot off
# Livna repository
echo "Adding Livna repository ..." rpm -ivh http://rpm.livna.org/livna-release-8.rpm
# Adobe repository
echo "Adding Adobe repository ..." rpm -ivh http://linuxdownload.adobe.com/adobe-release/adobe-release-i386-1.0-1.noarch.rpm
# GPG keys
echo "Importing GPG keys ..." rpm --import /etc/pki/rpm-gpg/RPM-GPG-KEY*
# system update
echo "Updating the system ..." yum -y install yum-fastestmirror yum-skip-broken yum-kernel-module yum-fedorakmod yum -y update
# recommended packages
echo "Installing Adobe flash player plugin ..." yum -y install flash-plugin echo "Installing Adobe Reader ..." yum -y install AdobeReader_enu
Speichere die Datei zum Schluss in /nfs_share/ks/.

5 Fedora Installation

Gehe nun zu einem Client System und starte es mit einem Fedora 8 Installationsmedium - drücke auf dem ersten Bildschirm "TAB" und füge Folgendes den Startparametern hinzu:

ks=nfs:%NFS_server_ip%:/nfs_share/ks/ks.cfg

Z.B.:

ks=nfs:192.168.0.10:/nfs_share/ks/ks.cfg

Das sollte wie folgt aussehen:



Drücke dann "Enter" um die Installation zu starten - warte ein paar Sekunden und entferne das Installationsmedium. Bitte beachte, dass, wenn Du zu lange wartest, die Installation vom Installationsmedium aus startet. Das Post-Installationsskript wird ausgeführt nachdem die Basisinstallation abgeschlossen ist.

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