Webserver von Lenny auf Squeeze updaten [Server4You]

Upgrade eines Server4You - Root-Servers von Debian Lenny auf Debian Squeeze

0. Vorbemerkungen:
Lt. Support von Server4You kann man bedenkenlos von Hand auf Debian 6 updaten. Es wird von Server4You lediglich aktuell kein Template angeboten, sodass man automatisiert einen Server-Restore auf Debian 6 könnte. Dies wird u.U. zu einem späteren Zeitpunkt noch ausgeliefert.

Zur Sicherheit würde ich den Support von Server4You kurz per Email befragen, ob ein Support reibungslos klappen könnte.

Ich gehe von einem Debian 5 [64 bit] - Minimal-System bei Server4You aus, welches umgehend auf Debian 6 upgedated wird.

1. Voraussetzungen:
  • Root - Passwort
  • SSH - Zugang zum Server ist möglich
  • Installation von aptitude (falls gewünscht)

apt-get install aptitude

2. Das System auf den aktuellsten Lenny-Stand bringen

2. a. Die Source-List
Die aktuelle Debian - Sources.list sieht vermutlich aus wie folgende:

# lenny packages
#deb ftp://ftp2.de.debian.org/debian/ lenny main contrib non-free
#deb http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib non-free
# source packages.
#deb-src ftp://ftp2.de.debian.org/debian/ lenny main contrib non-free
#deb-src http://security.debian.org/ lenny/updates main contrib non-free

2. b. Update Befehls-Folge:
Zunächst werden wir das System auf den aktuellesten Stand von Lenny zum Ausführungszeitpunkt bringen.

Dazu benutzen wir die folgenden Befehl

apt-get update

apt-get upgrade

apt-get dist-upgrade

Normalerweise läuft dieser Vorgang ohne Fehler ab. Dennoch wollen wir auf Nummer sicher gehen und überprüfen dies:

dpkg --audit

mit anschließendem

dpkg --get-selections | grep hold

Wenn dies ohne Fehlermeldung durchgelaufen ist, könnten wir unser Ergebnis erneut durch aptitude bestätigen lassen. Diesen Punkt kann man aber eigentlich in

Ums sicher zu gehen, benutzen wir:

aptitude

Nachdem wir dort g gedrückt haben und keine Pakete gefunden haben, die noch bearbeitet werden müssen, können wir mit dem normalen Upgrade fortführen.

Die entsprechende Meldung in aptitude wäre No packages are scheduled to be installed, removed or upgraded. Erst danach kann man mit 3.) fortfahren!

Falls dennoch Packete nachbearbeitet werden müssen, beenden wir Aptitude mit q und durchlaufen wieder die Prozedur ab dem Punkt 2.) b.) erneut, bis die o.a. Meldung in aptitude erscheint!

Alternativ könnte in Aptitude auch ein solcher Durchlauf durch drücken der Taste g anstoßen werden.
Wichtig ist nur, dass vor dem Fortfahren mit Punkt 3. die entsprechende Meldung in Aptitude angezeigt wird.
3. Vorbereitungen für Squeeze
Nach bis hierhin alles ohne Fehlermeldungen durchgelaufen ist, verändern wir in der Source.list-Datei (zu finden unter /etc/apt/sources.list.d/debian.list) jeden Eintrag lenny in squeeze. Danach sollte die Datei folgende Einträge haben:

######################################################################
#                                                                    #
# NEUEINTRAGUNGEN FUER UMSTIEG AUF SQUEEZE                           #
#                                                                    #
######################################################################
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ squeeze main contrib non-free
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ squeeze main contrib non-free
deb http://security.debian.org/ squeeze/updates main
deb-src http://security.debian.org/ squeeze/updates main

Wir führen wieder die Update-Befehle aus, um die aktuellen Versionen auf Squeeze upzudaten. Dazu nutzen wir folgende Befehle:

apt-get update

apt-get upgrade

apt-get dist-upgrade

Auch hier treten üblicherweise keine Fehler auf.

Je nach System werden hier wieder Systemdienste neu gestartet, wie z.B. cron. Dies kann natürlich einfach bestätigt werden.

Weiterhin werden teilweise die Meldungen angezeigt, dass diverse Config-Dateien entsprechend verändert wurden. Dies sind Änderungen von Server4You und können entsprechend bestätigt werden, ob man die veränderten Config-Dateien behalten möchte oder diese durch original-Dateien des Paketes ersetzen möchte. Eine solche Meldung sieht (je nach Programm unterschiedlich) wie folgt aus:

Configuration file `/etc/vim/vimrc'
==> File on system created by you or by a script.
==> File also in package provided by package maintainer.
What would you like to do about it ? Your options are:
Y or I : install the package maintainer's version
N or O : keep your currently-installed version
D : show the differences between the versions
Z : background this process to examine the situation
The default action is to keep your current version.
*** vimrc (Y/I/N/O/D/Z) [default=N] ?

Wie man sieht, wird standardmässig die aktuelle, also die veränderte Datei behalten. Jeder muss in diesem Fall selbst entscheiden, was er behalten oder aktualisieren möchte.

4. Optionale Änderungen
Wer möchte kann das Filesystem updaten. So kann man, wenn gewünscht udev installieren. Dies geht einfach über

apt-get install udev

5. der Reboot steht vor der Tür
Es fehlt lediglich ein Reboot des Servers, den wir durch den reboot - Befehl durchführen und schon haben wir die aktuelle Version von Debian auf dem Server installiert.

Die Verbindungen zum Server werden natürlich unterbrochen.

Nach einiger Zeit kann man den Server wieder per SSH erreichen.

Kontrollieren kann man dies über das auslesen der Datei debian_version

cat /etc/debian_version

Viel Erfolg beim Updaten...

6. Bemerkungen
Grundsätzlich ist dieses Tutorial auf die Server bei Server4you ausgelegt. Dennoch sollte es bei vielen anderen Web-Server-Hostern, die Root-Server anbieten, ebenfalls funktionieren.

Da hab ich natürlich keine Möglichkeit das Tutorial entsprechend auszuprobieren. Wer Erfahrungen damit gemacht hat, kann dies gerne in Kommentaren einfügen und kurz bestätigen, ob es bei anderen Hostern ebenfalls funktioniert.